Freitag, 18. November 2011

Zeitung als Beta-Version? Das geht nur online!

Von Markus Eschenauer

„Stimmt nicht!“, „Unverschämt!“, „Wir machen viel im Netz“, „Bei uns gilt: Online first“ – das könnten Zeitungsmacher gesagt haben, als sie den provokanten Eintrag Journalistische Resterampen auf JakBlog von Christian Jakubetz gelesen haben. Die Hauptaussage seiner Streitschrift, in Anlehnung an die These von Thierry Chervel, lautet nämlich: Tageszeitungen haben immer noch Angst vor dem Internet, lehnen es oftmals grundsätzlich ab, und nutzen das neue Medium vor allem mit dem Ziel, Leser zurück zum gedruckten Produkt zu holen.

Erreichen wollen Medienhäuser das mit „journalistischen Resterampen“, auf denen Printartikel online wiederaufgewärmt werden. Hinzu kommen halbfertige Webauftritte. Als Beispiel nennt der Autor die nach dreijähriger Vorbereitungszeit angebotene Beta-Version von www.faz.net. Daran wird deutlich: Die Bedeutung neuer Medien und die Chancen, die sie bieten, werden von Tageszeitungen noch stark unterschätzt. Unmöglich scheint es, bestehende Strukturen zu verändern. Doch in einem Punkt wird beim Online-Auftritt neu gedacht: Eine Beta-Version des Printproduktes wird es wohl kaum geben. Darüber sollten Zeitungsmacher besser mal nachdenken.


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