Freitag, 18. November 2011

Der kuratierende Journalist - alter Wein in neuen Schläuchen

Wer für ein Museum arbeitet und es zum Kurator gebracht hat, ist eine hoch angesehene Person: Er oder sie ist verantwortlich für die Sammlung oder eine Ausstellung und kann deshalb bestimmen, was dem Publikum gezeigt wird, und was nicht. Der Begriff des Kurators taucht seit geraumer Zeit auch immer wieder im Zusammenhang mit der Definitionserweiterung journalistischer Tätigkeit auf, allerdings nicht zur Begeisterung der Journalisten selbst. Damit wollen sich die digitalen Journalisten bloss wichtig machen, rümpfen in der Branche viele die Nase (zum Beispiel hier). Umschreibt aber angesichts der zunehmenden Fülle von Quellen der Begriff Kurator - im lateinischen bedeutet er "Pfleger" oder "Vormund" - nicht sehr präzis, was wichtige Tätigkeiten der Journalisten sind? Ob man den Journalisten als Gatekeeper oder als Kurator sieht, kommt auf das selbe heraus. Es muss in den klassischen wie in den neuen Medien die Aufgabe eines Journalisten sein, für sein Publikum sorgfältig ein Angebot an relevanten Inhalten zusammenzustellen und damit - quasi als Vormund - Öffentlichkeit herzustellen (siehe auch hier).

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